Hamburger Schaufenster
Nicht schlecht, oder? Dieser wirklich beeindruckend lange RE vom Metronom rollte am 30.11. in den Hamburger Hauptbahnhof.
Morgens fährt ein Zug der U2 aus dem Bahnhof Billstedt in Hamburg aus, um sich auf den Weg in die Stadt zu machen.
Gelungenes Album
Keine Frage: Alle Jahre wieder wird die lange Liste der Bücher, die jenen gewaltigen Umbruch des Jahres 1989/1990, mit dem aus der DDR letztlich die fünf neuen Bundesländer wurden, länger. Das ist zumindest für die, die dabei waren und durch eigene Geschichte einen Bezug zu den Ereignissen haben, kein Wunder: War doch diese gewaltlose Bürgerrevolution etwas unglaublich Unerwartetes, dessen Unvorstellbarkeit heute kaum noch jemand nachvollziehen kann. Klaus Kurpjuweit, Journalist beim „Tagesspiegel“, und Bodo Schulz, auch den Lesern des Geramond-Verlags als exzellenter Fotograf bekannt, haben der langen Reihe ein Buch dazugefügt, „Album Berliner Verkehr 1989/1990“ heißt es und ist im Verlag Bernd Neddermeyer erschienen. Der sehr schwierige Versuch, der in Berlin zweifellos immer herrschenden Informationsflut Herr zu werden, ist dem Autorenduo auf eine sehr schöne Weise geglückt. Und das aus zwei Gründen: Klaus Kurpjuweits Einleitungstext, interessanterweise auch in Englisch, fasst gut geschrieben und gerafft die Ereignisse zusammen und beschränkt sich nicht auf die Schienenperspektive. Bodo Schulz erliegt nicht der Versuchung, alle (Verkehrs-)Themen wirklich abhaken zu wollen, sondern setzt Punkte. So geht es etwa um das Wiedererwachen der S-Bahn, das Verschwinden der Mauer und in Berlin aufkreuzende, bis dahin selten oder nie gesehene Fahrzeuge der Deutschen Bundesbahn, die es ja damals noch gegeben hat. Auch Schulz streut Bilder ein, die nicht im engen Sinn etwas mit Bahn und Verkehr zu tun haben. Jedes Bild hat seinen kurzen, im Anhang sind dann ausführliche Bildtexte aufgeführt, die jedem Gelegenheit geben, den einzelnen Bildern noch einmal nach zu spüren. Interessant wäre gewesen, hier und dort Bildvergleiche zwischen 1989/90 und 2004 zu sehen. Das aber ist ein anderes Buch. Vielleicht kommt es noch nach? Dieses jedenfalls gehört gewiss ins Regal, nicht nur beim „klassischen“ Eisenbahnfreund.